Daten: Fragen und Antworten

Speicherung und Nutzung personenbezogener Daten

Abstract

Wie bestimme ich selbstverantwortlich über meine Daten? 

Welche Daten dürfen gespeichert werden?

Andere dürfen nicht unbegrenzt personenbezogene Daten über mich speichern. Die Daten müssen an den Zweck gebunden sein, für den ich sie abgegeben habe. Wenn ich meine Daten für den Online-Kauf eines Laptops eingebe, ist der Kauf der Zweck. In diesem Fall müssen die Daten nach einer bestimmten Zeit wieder gelöscht werden.

Das Zusenden von Newslettern nach dem Kauf hat nichts mit dem Zweck „Einkauf“ zu tun. Wenn ein Shop mir Newsletter senden will, muss ich dem gesondert zustimmen. Achtung: Oft übersieht man den entsprechenden Satz, weil man denkt, das Häkchen sei für den Kauf notwendig.

Jeder Zweck muss klar definiert sein. Die Formulierung „für unternehmensinterne Zwecke” ist zu weit gefasst. Ein Unternehmen kann die Verbesserung bestehender Angebote oder die Entwicklung neuer Angebote als Zweck nennen. Wenn sich der Zweck ändert, muss das Unternehmen mich darüber informieren.

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Grafik Computerplatine

Grundsätzlich können Unternehmen meine Daten sammeln und speichern, um ein Profil zusammenzustellen. Mit Profilen kann ein Online-Shop feststellen, welche Artikel mich besonders interessieren, und mir entsprechende Angebote machen. Er könnte aber auch aus meinem bisherigen Kaufverhalten schließen, dass ich bereit bin, mehr Geld als andere Kunden auszugeben und mir teurere Angebote machen.

Ein weiteres Beispiel: Werbevermarkter*innen versuchen, Online-Werbung möglichst genau auf Kund*innen zuzuschneiden. Wenn sie wissen, dass ich Ende 30 bin und mich fürs Langlaufen interessiere, blenden sie genau solche Anzeigen ein, die ich eher anklicke als welche, die völlig an meinen Interessen vorbeigehen. Diese Art von Daten haben für Unternehmen einen hohen Wert. Es gibt zudem Firmen, die sich auf den Handel mit Daten spezialisiert haben. Für das, was ich manchmal so sorg- und kostenlos hergebe, zahlen manche Unternehmen viel Geld.

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Grenzen der Datenspeicherung

Grundsätzlich sollen so wenige Daten wie möglich gespeichert werden. Name, Adresse und Geburtsdatum sind nicht angemessen, wenn ich einen Newsletter abonnieren möchte. Denn nötig ist nur die Mail-Adresse, für die Abfrage der anderen Angaben besteht für den Versand eines Newsletters keine Notwendigkeit.

Unternehmen haben deshalb eine Reihe von Pflichten: Sie müssen ein Verzeichnis führen, in dem steht, welche Daten sie wie über mich verarbeiten. Sie müssen mich ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie Daten speichern. Auch dürfen Unternehmen nicht zeitlich unbegrenzt Daten über mich speichern, die Daten haben gewissermaßen ein Verfallsdatum. Sie müssen gelöscht werden, wenn der Grund für das Speichern nicht mehr besteht.

Das Löschen meiner Daten kann ich auch aktiv einfordern: Ich kann zum Beispiel nach Kündigung eines Vertrags verlangen, dass alle Daten über mich nach einer Übergangsfrist gelöscht werden. Dies wird als „Recht auf Vergessenwerden” bezeichnet.

Ich sollte mir also immer überlegen, wann es mir nutzt, wenn die Daten länger gespeichert werden. Wenn ich mich bei einem Unternehmen bewerbe, können meine Bewerbungsunterlagen und weitere Daten dort gespeichert werden. Das könnte durchaus in meinem Sinne sein, wenn ich auf den einen Job eine Absage bekomme, aber ein anderer in Zukunft vielleicht besser passt.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Unternehmen Daten gar nicht erst erhebt, gibt es keine Probleme mit nicht zweckmäßig verwendeten oder nicht gelöschten Daten. Dieses Prinzip wird Datensparsamkeit genannt.

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Grafik Radiergummi gezogen durch Nullen und Einsen

Ein weiterer Aspekt des Rechts auf Vergessenwerden bezieht sich auf Suchmaschinenergebnisse. Betroffene können bei den Suchmaschinenbetreibern einfordern, dass bestimmte Treffer über sie nicht mehr angezeigt werden. Die Betreiber müssen die Ergebnisse jedoch nicht in jedem Fall bereinigen, es kommt auf den Einzelfall an.

Wer Daten löschen lassen will, muss sich zudem an die Betreiber*innen der eigentlichen Websites wenden, bei denen die Daten eingegeben worden sind. Sie müssen ebenfalls nicht immer die Erwähnung löschen, journalistische Angebote dürfen in Archivangeboten weiterhin Personen benennen. Bei Personen des öffentlichen Lebens gilt das Recht ebenfalls nicht in jedem Fall. Es muss stets zwischen Persönlichkeitsschutz und Informationsinteresse abgewogen werden.

Exercise:

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